CSRD vor dem Aus? Was steckt hinter den Aussagen der EU-Kommission?
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Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) gilt als einer der zentralen Bausteine der europäischen Nachhaltigkeitsstrategie. Doch jüngste Äußerungen des Exekutiv-Vizepräsidenten der Europäischen Kommission, Stéphane Séjourné, haben die Debatte um die Zukunft der Richtlinie neu entfacht. Könnte die CSRD tatsächlich abgeschafft werden? Oder handelt es sich um eine Fehlinterpretation? Ein Blick auf die Fakten.
Die Aussagen von Stéphane Séjourné
In einem Interview mit France Inter am 20. Januar 2025 sorgte Séjourné für Aufsehen, als er eine mögliche „Abschaffung des Reportings“ ankündigte. Im Rahmen des geplanten Omnibus-Gesetzes, das am 26. Februar 2025 vorgestellt werden soll, sollen erhebliche Vereinfachungen für europäische Unternehmen umgesetzt werden. „Wir behalten die Klimaziele bei, ändern aber den Weg, wie Unternehmen diese erreichen“, so Séjourné.
Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Befürworter der CSRD, darunter Nachhaltigkeitsexperten und Unternehmensverbände, sehen die Ambitionen der EU im Bereich der nachhaltigen Transformation in Gefahr. Séjournés Team hingegen betonte gegenüber der Zeitung L’Opinion, dass die Aussagen missverstanden wurden. Es gehe nicht um die vollständige Abschaffung der CSRD, sondern um eine radikale Vereinfachung.
Was bedeutet „Vereinfachung“ für die CSRD?
Laut den jüngsten Plänen der EU-Kommission könnten folgende Änderungen umgesetzt werden:
Anhebung der Schwellenwerte: Eine neue Kategorie „kleine mittelgroße Unternehmen“ (250–500 Mitarbeitende) könnte geschaffen werden, um diese Unternehmen von Teilen der Berichtspflichten zu entlasten.
Reduzierung der Datenpunkte: Statt der bisher geforderten über 1.000 Datenpunkte könnten Unternehmen nur noch ein Zehntel dieser Daten bereitstellen müssen.
Harmonisierung der Vorschriften: Unterschiedliche Anforderungen, wie etwa bei Klimatransitionsplänen, sollen zusammengeführt werden.
Rückschritt oder notwendige Anpassung?
Während einige Akteure die Pläne als überfällige Entlastung für Unternehmen begrüßen, warnen andere vor den Konsequenzen. „Die Abschaffung der CSRD würde nicht nur die Fortschritte der letzten zehn Jahre zunichtemachen, sondern auch die frühere Non-Financial Reporting Directive (NFRD) von 2014 aushebeln“, kritisiert Martin Richer, Experte für Corporate Social Responsibility (CSR). Charlotte Guériaux-Reynal, Geschäftsführerin von Transition & Co, sieht darin einen Rückschritt von 15 Jahren: „Die CSRD ist ein essenzieller Hebel für die nachhaltige Transformation europäischer Unternehmen.“
Fluch oder Segen für Unternehmen?
Besonders für Unternehmen, die bereits in die Umsetzung der CSRD investiert haben, schafft die aktuelle Unsicherheit große Herausforderungen. Sollten die geplanten Änderungen Realität werden, könnte das bedeuten, dass diese Unternehmen ihre Prozesse erneut komplett überarbeiten müssen.
Gleichzeitig weisen zahlreiche Organisationen, darunter 160 NGOs, auf die Bedeutung der CSRD für den Wettbewerb und die Stabilität der europäischen Wirtschaft hin. Der Verband Mouvement Impact France betont: „Diese Richtlinie ist ein Schlüsselhebel für die Wettbewerbsfähigkeit und den Schutz der europäischen Wirtschaft.“
Was steht auf dem Spiel?
Die CSRD ist mehr als eine Berichtspflicht – sie ist ein zentraler Bestandteil der europäischen Klimapolitik und der nachhaltigen Transformation von Unternehmen. Ihre Abschaffung oder drastische Reduktion könnte nicht nur die Glaubwürdigkeit der EU im Bereich Nachhaltigkeit beschädigen, sondern auch die Planungssicherheit für Unternehmen gefährden.
Fazit
Die Diskussion um die Zukunft der CSRD zeigt, wie angespannt die Lage in Europa ist. Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die eine Entlastung fordern, auf der anderen Seite die Ambition, Europa zum globalen Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit zu machen. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die EU-Kommission den Spagat zwischen Vereinfachung und ambitionierten Klimazielen schafft – oder ob sie Gefahr läuft, das Vertrauen in ihre Nachhaltigkeitsstrategie zu verspielen.
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